Jeder Vokal
bzw. Diphthong im Anlaut eines Wortes ist mit einem
Spiritus (Hauchzeichen)
gekennzeichnet. Der
spiritus asper
῾
wird als
-h-
gesprochen.
Der
spiritus lenis ᾿ bleibt
bei der Aussprache
unberücksichtigt.
Weiterhin erhält jedes mit
-ρ- anlautende
Wort den spiritus asper.
Der
Akzent kennzeichnet die
betonte Silbe eines Wortes. Es
werden unterschieden der
Akut ´, der
Zirkumflex ῀ und der
Gravis `. Diese
Unterscheidung wird jedoch in der gängigen Lesepraxis
vernachlässigt.
Die Zeichen für Akzente und Spiritus stehen:
- bei Vokalen in kleinen
Schriftzeichen über dem
Vokal (z. B. ὁδός)
- bei Vokalen in großen
Schriftzeichen oben vor dem
Vokal (z. B. ᾿Αθῆναι)
- bei Diphthongen über
dem zweiten Vokal (z. B. νοῦς,
᾿Αχιλλεύς)
Bei Vokalen mit Spiritus
und Akzent steht bei
Akut und Gravis
der Spiritus
vor ῎ ῝,
bei
Zirkumflex unter ῏ ῟dem Akzent.
Die
Betonung
eines griechischen Wortes wird bestimmt durch die
Quantität, d. h. durch
Längen und Kürzen der Vokale.
- -η-
und -ω-
sind stets lang
- -ε-
und -ο-
sind stets kurz
- -α-, -ι-
und -υ-
sind lang oder kurz
- Diphthonge sind
stets lang
Der
Akut steht:
- auf einer der drei
letzten Silben eines Wortes
- auf der drittletzten nur,
wenn die letzte Silbe kurz ist (z. B. ἄνθρωπος);
- auf der vorletzten
nur, wenn diese nicht den
Zirkumflex (s. u.) verlangt (z. B. ἀνθρώπου);
- auf der letzten
nur am Ende eines Satzes bzw.
Nebensatzes, d. h. vor einer Interpunktion
(z. B. ἀνήρ).
Der
Gravis steht nur auf der
letzten Silbe. Er tritt für den
Akut ein, wenn
keine Interpunktion
folgt (z. B. ἀν
ὴρ
ἀγαθ
ός)
.
Der
Zirkumflex steht:
- nur auf langen Vokalen
und Diphthongen der letzten beiden Silben (z. B. νοῦς);
- auf der vorletzten nur
und dann immer, wenn die letzte Silbe kurz ist (z. B. σῶμᾰ);
die
Diphthonge -αι, -οι
gelten im Auslaut als kurz (z.
B. χῶραι).